Fachtag: Rückmeldungen aus dem Plenum

Am Ende unseres Fachtags „Segen und Fluch der Digitalisierung“ haben wir die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gebeten, uns ein Feedback zu den drei Referaten und der Diskussion in den sechs Sessions zu geben. Nachfolgend die protokollierten Statements, in denen die ambivalente Wahrnehmung des Themas deutlich wird.

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„Die Veranstaltung hat mein Problembewusstsein und meine Sensibilität im Hinblick auf die digitale Revolution und ihre möglichen Folgen gestärkt.“

„Wir müssen das kritische Bewusstsein zur Digitalisierung noch viel besser miteinander verknüpfen und vernetzen.“

„Ein kontinuierlicher Diskurs ist wichtig für alle, damit wir nicht von den Folgen der Digitalisierung überrollt werden. Wir brauchen einen kommunikativen Aufbruch! Die Auswirkungen dieses Prozesses betreffen unseren Beruf, die Familie, die Zukunft unserer Kinder, einfach alles.“

„Wie war es bei der Einführung der Eisenbahn? Jeder hatte zuerst Angst, mitzufahren. Heute nutzen wir sie ganz selbstverständlich. Wir brauchen mehr Mut und Selbstbewusstsein im Umgang mit Digitalisierung.“

„Digitalisierung ist heute schon ein selbstverständlicher Teil des Alltags – und gerade diese Selbstverständlichkeit müssen wir hinterfragen. Nur dann können wir die Abhängigkeit der Menschen von den Maschinen erkennen und zu einer kritischen Haltung gegenüber Digitalisierung kommen.“

„Die drei Referate boten sehr gute Impulse. Die Diskussion darüber war mir aber insgesamt viel zu problemorientiert. Wir sollten mehr an die Chancen denken und auch mehr Zutrauen in die Jugendlichen haben. Junge Menschen lernen meiner Erfahrung nach heute sehr schnell, verantwortungsbewusst mit Digitalisierung umzugehen.“

„Kirche muss richtig Gas geben, um nicht bei der Digitalisierung abgehängt zu werden und ihre Chancen nicht zu verpassen. Vieles in der Diskussion hörte sich doch sehr rückschrittlich an, dabei sollten wir nach vorn schauen! Das ist mir heute noch klarer geworden.“

„Ich bin noch nicht soweit, alles zu verstehen, was hier besprochen wurde. Ich hätte ein Glossar für Fachbegriffe benötigt.“

„IT-Grundkenntnisse sind einfach wichtig, um sich an der gesellschaftlichen Diskussion über Digitalisierung beteiligen und verantwortlich mit diesem Phänomen umgehen zu können. Wir brauchen noch mehr Lehrerinnen und Lehrer, die so etwas vermitteln. Sonst können sich die Schüler kaum angemessen mit den Risiken, Gefahren und Chancen auseinandersetzen.“

„Ich habe die Digitalisierung der Gesellschaft auch vorher schon sehr kritisch gesehen. Aber mein Bild hat sich verändert: Ich habe gemerkt, dass wir den Prozess der Digitalisierung komplexer und differenzierter betrachten müssen und nicht zu vereinfacht wahrnehmen dürfen.“

„Ich habe gelernt, dass ich viel mehr Gestaltungsmöglichkeiten habe als gedacht.“

„Es ist wichtig, neu über Werte zu diskutieren.“

„Es ist wichtig, die Chancen und Risiken gleichzeitig zu betrachten.“

„Wir dürfen die Diskussion über Digitalisierung keineswegs nur den Spezialisten überlassen. Jede und jeder ist herausgefordert.“

„Wir haben drei Vorträge gehört, die ganz verschiedene Aspekte behandelten und in verschiedene Richtungen gingen. Das war wichtig, denn es gibt so viele Themen, die daran hängen – ethische Fragen, rechtliche Fragen, aber auch die Technik. Wir müssen noch viel mehr mit den Experten über diese Themen ins Gespräch kommen.“

„Ich hatte mich bislang noch kaum mit der Digitalisierung beschäftigt – viel zu wenig, wie ich gemerkt habe. Die Informationen und auch die Literaturhinweise waren deshalb für mich sehr wichtig, damit ich an dem Thema weiterarbeiten kann.“

„Mir ist deutlich geworden, dass die weit verbreitete Konsumhaltung völlig ungeeignet ist, um die anstehenden Herausforderungen zu bewältigen. Der Fachtag hat mein Bewusstsein dafür geschärft.“

„Auch der Jugendschutz steht angesichts der Digitalisierung vor neuen Herausforderungen. Wenn Jugendliche auf Seiten sind oder Spiele spielen, die für ihr Alter noch lange nicht freigegeben sind, höre ich manchmal: Das spielt doch mein Vater abends ganz häufig mit mir.“

„Ich habe überhaupt kein Verständnis dafür, wenn Eltern sich nicht einmischen, obwohl sie merken, dass ihre Kinder in virtuelle Welten abdriften.“

„Ich erlebe junge Leute im Jugendhaus, die als Berufswunsch YouTuber angeben und wirklich glauben, dass sie damit später richtig viel Geld verdienen können. Es ist schwer, ihnen die Augen zu öffnen. Viele wissen auch nicht, dass da richtig harte Arbeit nötig ist, wenn man als YouTuber dauerhaft Erfolg haben will, und dass viele, die mit ihren YouTube-Kanälen bekannt geworden sind, zuerst eine ‚normale‘ Ausbildung absolviert haben.“

„Wichtig ist, dass wir Vertrauen in die Hauptamtlichen in der Jugendarbeit haben können. Sie wissen über Digitalisierung und den Umgang damit schon sehr gut Bescheid. Vor allem in der Politik und der Wirtschaft sehe ich viel Nachholbedarf – es kommt vor allem auf die Menschen an, die in den Firmen und in der Politik Entscheidungen treffen.“

„Ich fand auch die Gruppenarbeit sehr interessant. Es geht darum, die richtigen Entscheidungen zu treffen und Verantwortung zu übernehmen. Manchmal hatte ich aber auch das Gefühl: In zehn Jahren ist alles, worüber wir hier diskutieren, schon wieder kalter Kaffee.“

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